90 Jahre Kreuznacher Hockey-Club ein stolzer Geburtstag
Am Anfang des Hockey-Clubs stand eine sportliche Zellteilung. Mitglieder des 1. Fußball-Club 02 Kreuznach, die aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen - plötzlich ihre Passion für den Hockeysport entdeckten, setzten sich zusammen. Schlagen wir das erste Protokollbuch vom 14. Oktober 1913 auf, dem Tag, an dem der KHC entstand:
In dieser Gründungsversammlung wurde laut Protokoll der ganze Vorstand einstimmig per Akklamation gewählt". Er bestand aus Gustav Brenner als 1. Vorsitzenden, Emil Gutjahr als Schriftführer, Heinz Stumm als 1. Kassierer und H. Horgarth als 1. Kapitän. Letzterer war ein waschechter Engländer, Sprachlehrer an der Berlirz-School, und aus seinem Heimatland mit dem Hockey verständlicherweise vertrauter als zu dieser Zeit die deutschen Sportkollegen. Was die Spielkleidung anbelangte, einigte man sich auf weißes Hemd (damals nannte man es auch bei den Herren "Bluse") mit Vereinsemblem und weinrote Hosen. Rot und weiß wurden daher auch die offiziellen Vereinsfarben und bilden auch heute noch - mit Ausnahme einiger extravaganter Varianten der 1. Herrenmannschaft - die Trikotfarben.
Nach kurzem, aber eifrigem Training fand bereits am 16. November 1913, also gerade drei Wochen nach der Gründung, das erste Spiel statt. Als Gegner hatte man die 2. Mannschaft des Turnvereins 1860 Frankfurt eingeladen. Da an einen eigenen Hockey-Platz noch nicht zu denken war, spielte man auf dem Sportplatz des 1. FC. K. 02, einem der Vorgänger der heutigen Eintracht Kreuznach. Das Spiel endete mit einem 3:3 Unentschieden recht ehren- und hoffnungsvoll für die weitere sportliche Entwicklung des KHC, zumal was die Kritik für alle Zeiten klarstellte - "die Frankfurter mit drei Spielern aus der 1. Mannschaft erschienen waren". Zum Glück war auch ein Fotograf zu Stelle, der die erste 1. Mannschaft des KHC mit ihren Gästen auf Platte bannte.
Noch im gleichen Winter 1913/1914 gab es die ersten Ansätze für die Bildung einer Damen-Elf. Leider kamen die hockeybegeisterten Damen - unter ihnen Zissy Müller, Bernhardine Kuhne, Käti Schlarb, Käti Baumkauff, Meta Loser - bis zum Kriegsausbruch 1914 über Trainingsstunden nicht hinaus. Das Weltgeschehen hemmte ihre sportlichen Ambitionen. Bereits sehr weitsichtig zeigte sich der damalige Clubvorstand, als er sich um die Bildung einer Schülermannschaft bemühte. Das letzte Versammlungsprotokoll vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges - niedergeschrieben vom Schriftführer Emil Gutjahr - gibt im kleinen ein Stück Zeitgeschichte des Hockeysports in Deutschland wieder.
"Da ich schon oft von Schülern wegen der Bildung einer Schüler-Abteilung in unserem Club angehalten worden bin und es zweckmäßig erscheint, für Nachwuchs zu sorgen, so muss mit Energie auch darangegangen werden. Hockeybruder Frera besorgt billige Trainingsstöcke aus Eichenholz zu 75 Pfg. pro Stück, da es den Schülern am Anfang schwer fiel, gleich soviel Geld für einen guten Stock auszugeben."
Karl Schlarb, damals zwölf Jahre alt, war einer derjenigen, die dem Emil Gutjahr keine Ruhe ließen und von dieser Unterstützungsaktion profitierten. Er erinnert sich, dass sie schließlich die (im damaligen Chargon) "Eichen-Schälbengel" genannten Schläger erhielten und sich - ein weiteres Privileg - aus dem hohen Gras des Sportplatzes die zum Spielen notwendigen, irgendwann einmal beim Training der 1. Mannschaft in Verlust gegangenen Bälle zusammensuchen durften. Damit war ihre Ausrüstung komplett.
Wiedergeburt in die Selbständigkeit: die goldenen Zwanziger
Der ausbrechende 1. Weltkrieg setzte der gerade begonnenen Spieltätigkeit bereits nach einem Jahr zunächst ein Ende. Nach dem Krieg, im Frühjahr 1920, wurde die Wiedergründung des Clubs in die Wege geleitet. Eine Liste ging unter den Interessierten von Hand zu Hand. Die Eintragungen erfüllten die Erwartungen, so dass im .Öffentlichen Anzeiger" bekannt gegeben werden konnte:
Hockey
Die Interessenten werden gebeten, zwecks Wiedergründung der Abteilung am Montag, 21. Mai 1920, abends 8.15 Uhr, im "Berliner Hof' zu erscheinen.
Die stattliche Anzahl von über 50 Besuchern kam zu dieser Wiedergründungs Versammlung zusammen. Sie wählten einen vorbereitenden Ausschuss, für den sich der Gründungsvorsitzende aus dem Jahr 1913, Gustav Brenner, als Obmann zur Verfügung stellte. Von den Clubgründern waren noch Max Heblich und Heinz Stumm wieder erschienen. In der darauffolgenden Versammlung am 26. Juli 1920 wurde der neue Vorstand gewählt. An seiner Spitze stand jetzt Hugo Schneider, da Gustav Brenner für diese Funktion nicht mehr zur Verfügung stand. Ihm folgte bereits ein Jahr später Heinrich Wirth, der den Verein fast drei Jahrzehnte führte und 1948 zu seinem Ehrenvorsitzenden ernannt wurde
Die damaligen Sportplatz-Verhältnisse waren der Anlass, als Abteilung aus dem 1. FC. 02 auszuscheiden und einen eigenständigen neuen Verein zu bilden. Das Jahr 1920 wurde somit zum zweiten Geburtsdatum des Kreuznacher Hockey Club. Ende Juli 1920 zählte der Club bereits 53 Mitglieder, darunter elf Damen.
Wiederum trainierte man mit viel Eifer auf das erste Spiel hin. Am 5. September 1920 war es dann soweit. Dieses Mal war der VfR Alzey der erste Gast des KHC. Offensichtlich war aber die Mannschaft noch nicht so recht von ihrem Können überzeugt. Um den zum ersten Spiel zu erwartenden vielen neugierigen Kreuznacher Zuschauern für den Fall einer misslungenen Premiere der eigenen Mannschaft dennoch etwas zu bieten, lud man sicherheitshalber die damals spielstarken Mannschaften von Alemannia Worms und FV Kaiserslautern zu einem Demonstrationsspiel ein. Die über 1000 Zuschauer sollten sehen können, wie Hockey richtig gespielt wird. Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich als unnötig. Der zweite Start in die Hockey-Geschichte gelang den KHClern noch besser als der erste man gewann mit 5:4 Toren und hatte damit beim anschließenden Wiedergründungs-Bankett im Hotel "Fürstenhof" gleich zwei Gründe zum Feiern.
In der Saison 1920/21 wagte sich die junge Elf dann schon an größere Aufgaben heran: TG Worms, FC Pirmasens, FV Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen und andere Mannschaften waren die Gegner. Man sieht daran auch, wie sehr immer noch dieselben Vereinsnamen den Sport in der Region prägen. Der Chronist des KHC war ehrlich genug zu vermerken, dass die spielstarken Mannschaften meistens nur mit der 2. Mannschaft gegen den KHC antraten aber das sollte sich ändern. Die Statistik der ersten Saison kann sich in ihrer Ausgeglichenheit durchaus sehen lassen: ,,20 Spiele, 10 gewonnen, 10 verloren, Gesamttorergebnis 54:48 zu unseren Gunsten" berichtet stolz das alte Wettspielbuch aus der Saison 1920/21. Auch eine 2. Herren-Mannschaft konnte inzwischen aufgestellt werden und nahm den Spielbetrieb auf. Der Hockeysport etablierte sich in Bad Kreuznach.
Zu den Auswärtsspielen traf man sich immer in der Bahnhofshalle. Verpasste einer den Zug, dann hatte er das zweifelhafte Vergnügen, sich die mitgebrachten belegten Brote zu Hause einzuverleiben. Und dabei lagen die Abfahrtszeiten so "günstig": z.B. nach Saarbrücken fuhr der Zug um 4:31 Uhr (nicht etwa nachmittags!) ab. Eine Ankündigung, sich zu dieser Zeit zur Abfahrt zu treffen, hätte bei den heutigen Mannschaften vermutlich Heiterkeitserfolge zu verbuchen und der KHC würde auswärts nur noch durch Geistermannschaften vertreten. Aber die alte Eisenbahn als Fortbewegungsmittel hatte auch ihre guten Seiten: Nach dem Spiel musste man oft lange auf die Rückfahrt warten und konnte sich gemeinsam mit den gastgebenden Mannschaften ohne Rücksicht auf Alkohol am Steuer die Zeit verkürzen.
Ein Jahr nach Wiedergründung wurde auf einer außerordentlichen Versammlung die Gründung einer Tennis-Abteilung beschlossen. Gespielt wurde zunächst auf dem Platz an der Augustastraße und später auf den Plätzen im Kurpark. Konsequenterweise benannte sich der Club 1923 in "Kreuznacher Hockey- und Tennis-Club" um. Die Verbindung der beiden Sportarten hatte nur drei Jahre Bestand. Der Chronist vermerkt aus Höflichkeit nur das Vorkommen von "unerfreulichen Ereignissen" im Clubleben. Die Tennis-Aktiven schieden wieder aus und bildeten - einer erneute Zellteilung des Kreuznacher Vereinslebens - den Tennis-Club "Blau Weiß", der auch heute noch besteht. Das "Tennis" wurde wieder aus dem Clubnamen gestrichen, der danach bis heute unverändert blieb.
Das Jahr 1923 hat noch aus einem anderen Grund eine besondere Bedeutung für die Vereinsgeschichte: es war das Jahr des ersten Hockey-Turniers, das der Verein ausrichtete und das den Anfang einer bedeutenden Tradition im deutschen Hockeysport bildete: Dem "Internationalen Oster-Hockey-Turnier", auf das weiter unten noch zurückgekommen wird. Inzwischen hatte sich auch wieder eine Damen-Elf zusammengefunden und es - wie das Foto aus dem Jahr 1925 dokumentiert - dieses Mal bis zum richtigen Spielbetrieb gebracht.
Die Ereignisse des 2. Weltkrieges unterbrachen natürlich zunächst die weitere Entwicklung des Hockeysports in Bad Kreuznach. Insgesamt 17 Mitglieder des KHC, darunter hoffnungsvolle Nachwuchsspieler, kamen aus dem Krieg nicht mehr zurück. Ihnen hat der Verein im Stadion Salinental einen Gedenkstein gewidmet. Doch bereits wenige Monate nach dem Ende der Katastrophe im Mai 1945, finden sich in den Vereinsarchiven wieder Dokumente über die Aktivitäten der Kreuznacher Hockey-Begeisterten.
Die Militärregierung machte es möglich: die dritte Geburt des KHC und der Wiederaufbau mit neuen Sportarten nach 1945
Für Karl Schlarb war es ein "Treppenwitz", historisch betrachtet, ist es wohl Realität: Da die Militärregierung zunächst nichts anerkannte, was 1945 existierte, auch nicht die in Bad Kreuznach seit langem existierenden Vereine, kam es zur KHC-Gründung Nummer 3. Zunächst hatten die Franzosen versucht, alle Sportaktivitäten der Stadt in einem einzigen Verein zusammenzufassen. Wer die "besonderen Beziehungen" zwischen den Vereinen einer Stadt kennt, kann sich vorstellen, dass dieser Vorschlag auf wenig Gegenliebe stieß. Die Vorgespräche, die die Repräsentanten der einzelnen Sportarten und größtenteils alteingesessenen Vereine führten, blieben fruchtlos. So genehmigte die Militärregierung zähneknirschend im Dezember 1945 die Gründung von Einzelvereinen. Die Nachfahren des Vorkriegs-KHC reichten einen Antrag ein, in dem Fritz Grunewald als 1. Vorsitzender und Willi Hilsbos, Alfred Hühne sowie Edy Derschug als weitere Vorstandsmitglieder vorgeschlagen wurden. Alle hatten aus der davor liegenden Zeit eine "weiße Weste" und so stand der dritten Gründung des KHC am 04. April 1946 nichts entgegen.
Fritz Grunewald wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Bei den vielen Gründungen des KHC verlor sogar unser Chronist den Überblick. Er schrieb: "Ja, bei genauer Durchsicht des Protokollbuchs ist festzustellen, dass am 28. Januar 1948 im Gasthaus Schleider der Club zum dritten Mal 'gegründet' wurde." Es wäre - wer bei der Lektüre dieses Textes sorgfältig mitgezählt hat. wird es gemerkt haben - bereits das vierte Mal gewesen. Die Umstände dieser vierten Geburt sind nicht näher bekannt - nicht verwunderlich, wenn man an die Zeiten denkt, in denen dieses geschah. Viel verwunderlicher ist es, dass einige trotz wahrhaft anderer Sorgen in den Jahren direkt nach dem 2. Weltkrieg schon wieder an ihren Hockeysport denken konnten und auch gleich die Initiative ergriffen. Damals konnte es durchaus passieren, dass der 1. Vorsitzende "vom Spielfeld herunter auf die Kommandantur geholt wurde", um Einreiseformalitäten von Gastmannschaften aus anderen "Zonen" (das konnte in dieser Zeit z.B. Frankfurt gewesen sein;) mit den Besatzungskräften zu regeln.
Sportliche Erfolge prägen die weitere Entwicklung
In den Jahren danach dominieren dann endlich sportliche Erfolge die Geschichte des KHC. Die äußeren Umstände schufen nach zwei Weltkriegen und den zum Teil damit verbundenen Problemen der Vereins-Existenz nun ruhigere Bahnen für die weitere Entwicklung. 1950 übergab Fritz Grunewald den Vorsitz an Willi Hilsbos, der den KHC über fünfundzwanzig Jahre führte und in dessen Amtszeit die größten sportlichen Erfolge fallen. Achtmal errang die 1. Herrenmannschaft bis 1966 die Rheinland-Pfalz-Saar-Meisterschaft. Einer der Höhepunkte war 1960 der 3:1 Sieg (nach Verlängerung) über den noch amtierenden Deutschen Meister SC Brandenburg Berlin auf dessen eigenem Platz, nachdem man zu Hause bereits Uhlenhorst Hamburg besiegt hatte (siehe Foto). Am Radio fieberten die Daheimgebliebenen damals mit der Mannschaft, die durch ihren Sieg in Berlin den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft schaffte. In einem hervorragenden, überaus spannenden Spiel vor mehreren Tausend Zuschauern, unterlag man dann in der nächsten Runde zu Hause gegen den Rekordmeister Uhlenhorst Mühlheim mit 1:2. Dies war auch die große Zeit von Franz Rauh, der die Mannschaft nicht nur trainierte, sondern auch menschlich führte und damit maßgeblich zu den großen Erfolgen beitrug.
Fünf Jahre später schaffte die 1. Herren-Mannschaft dann wieder den Sprung unter die deutsche Hockey-Elite. Nach einem 3. Platz in der Süddeutschen Meisterschaft nahm sie an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teil. Safo Frankfurt, DHC Hannover und HTC Gladbach - auch heute in Bundesliga-Zeiten noch Top Vereine - waren zwar zu schwere Gegner, um ins Finale vorzudringen, aber der KHC machte sich mit den großen und vielbeachteten Spielen einen Namen, der sich auf die Attraktion des Hockeysports in Bad Kreuznach und damit indirekt auch auf die eigene Jugendarbeit positiv auswirkte.
Nach der Einführung der Bundesliga konnte sich die 1. Herren-Mannschaft zehn Jahre lang in der Regionalliga Süd - vergleichbar einer Zweiten Bundesliga - halten. Danach war die Tendenz wechselhaft mit leichten Neigungen nach unten: Regionalliga, Oberliga, Verbandsliga und wieder Oberliga waren bis heute die Stationen. Auch für die Damen des KHC liegt die Zeit der großen sportlichen Erfolge schon etwas länger zurück. 1950 - 1953 errangen sie viermal die Rheinland- Pfalz-Meisterschaft. Größere Erfolge blieben seitdem zwar aus, aber zumindest auf Landesebene spielte die Damen-Elf immer eine Rolle. Nach dem Aufstieg 1983 hielten sich die Damen jahrelang in der Oberliga. Danach musste man der Tatsache ins Auge sehen, wie sehr der wachsende Freizeitmarkt mit anderen Sportarten und Alternativen, einen Rückgang im Jugendbereich bewirkte. Erschwerend kam hinzu, dass in den letzten Jahren zu wenig in diesem Bereich geworben wurde. Immer weniger ehrenamtliche Helfer waren bereit zu helfen, und vieles blieb unerledigt auf der Strecke.
Parallel dazu brach im sportlichen Bereich auch noch die Leistungsspitze ein. Aus schulischen, beruflichen und gesundheitlichen Gründen dezimierte sich die Herrenmannschaft damals gewaltig und so wurde letztlich keine Mannschaft mehr gemeldet. Im Damenbereich sah es ähnlich aus und es war letztlich nicht zu verhindern, dass die guten Talente des Clubs zum VFL Bad Kreuznach abwanderten.
Der Vorstand war in einer misslichen Lage und konnte sich nur darauf beschränken, den Club zu verwalten. Das tat er jedoch mit Bravour, denn schließlich hatte man ja mit einem eigenen Clubhaus auch die geschaffenen Werte zu erhalten. Mit Umsicht und Ruhe lenkte der Kapitän damals sein Boot und wartete geduldig bis die Flaute vorbei war. Es war allen klar, wie schwer es sein würde, die Fahrt wieder aufzunehmen. Einer der wichtigsten Männer im Vorstand dieser Zeit war Uwe Heil, der beharrlich die zarten Pflanzen im Jugendbereich pflegte. Die entscheidende Wende kam eigentlich mit dem Neubau des Kunstrasens. Bei dieser Zukunftsaussicht sollte es sich einfach lohnen noch einmal alle Kräfte und Personen zu mobilisieren, die Spaß an dieser tollen Sportart haben. Hilfreich war auch, dass die "Enkelgeneration" des Vorstandes nun in einem Alter war, wieder die ersten Gehversuche im Kinderbereich zu starten.
Es entstand eine lustige neue Mischung aus alten Hockeyhasen, die ein paar Jahre pausiert hatten, neuen Gesichtern aus Kindergärten und Schulen und natürlich den treuen, alten Mitgliedern. Jahr für Jahr verjüngte sich auch ein Vorstandsteam und ergänzte so das Bild.
Heute bin ich mir sicher, dass es die Unbekümmertheit, die Chance etwas Neues anfangen zu können war, die so sehr geholfen hat, den Anschluss zu finden. So wurde aus einer Mannschaft die nächste geboren, denn es sprach sich herum, wie schön es im KHC ist. Immer größer wurde auch die Schar der ehrenamtlichen Helfer, vor allem aus dem Elternlager der Kinder. Das daraus sogar eine Elternhockeymannschaft, die Salinengeister, entstand, ahnte damals kein Menschen.
Für die Kinder wurde viel getan. In jedem Jahr fuhr man während der Sommerferien in ein Sommercamp: Belgien, Holland, Frankreich, von der Nordsee bis nach München, man bereiste die Lande, hatte viel Spaß und wiederum einen großen Identifikationsfaktor gefunden.
Sportlich gesehen ging es ebenfalls mit jedem Jahr ein bisschen besser. Heute weiß ich nicht mehr, ob es der Ehrgeiz der Kinder oder der Eltern war, die dazu führten, dass wir nach ein paar Jahren bereits unter den besten Mannschaften des Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saar waren.
Wir brauchten dazu fast 10 Jahre, mit sehr viel Engagement und Zeit. Seit 5 Jahren vergeht nicht eine Saison, ob Feld oder Halle, wo wir nicht ohne Stolz die Teilnahme eines Jugendteams an der Süddeutschen Meisterschaft verzeichnen können.
Ca. 180 Kinder sind nun in unserer Betreuung, viele C- Trainer leisten eine tolle Arbeit, mit 5 Schulhockey-Kooperationen und Modellen zur Werbung an Schulen für den Hockeysport sind wir aktiv. Aus der eigenen Jugend sozusagen erwachsen geworden, spielen erstmals wieder echte KHC Herren und ebenso KHC Damen. Erfolgreich sind sie noch dazu, denn beide Teams sind im Feld bzw. Halle aufgestiegen, in die Oberliga.
Der Vorstand und seine Ausschüsse arbeiten harmonisch und haben einen hohen Organisationsgrad, unterstützt von vielen Helfern, die sich auch ohne "Pöstchen" einbringen, wenn es gilt.
90 Jahre KHC im Jahr 2003 heißt für uns alle: wir sind stolz auf unseren Verein. In der Zeit, wo es wichtig ist die Aufgabe eines Sportvereins neu zu definieren, sind wir vorbereitet: soziale Integration, Gesundheitswesen, Jugendarbeit. Wir freuen uns auf den 100. Geburtstag.
Die Oster- Hockey-Turniere
Zu den größten sportlichen Erfolgen des KHC gehört sicherlich auch seine Funktion als Gastgeber des Internationalen Oster-Hockey-Turniers. In der Mitgliederversammlung am 11. Dezember 1922 gab Heinrich Wirth bekannt, dass der Club aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens im Spätsommer 1923 ein Hockey-Turnier veranstalten wolle. Wohl keiner dachte zunächst daran, daraus eine Dauereinrichtung zu machen. Insgesamt neun Mannschaften folgten damals der Einladung und spielten um den von Reichspräsident Ebert gestifteten Wanderpokal, den schließlich die TG Worms gewann. Gefüllt mit 1921 er Jahrhundert-Wein machte der Pokal bei der Turnier-Feier im "Ovalen Saal" des Kurhauses die Runde. Es wird berichtet, dass sich die Wormser Spieler noch in der Nacht mit ihrer Trophäe und einigen Promillen auf die Fahrräder machten und den Weg zurück in die Nibelungenstadt antraten (und offensichtlich auch tatsächlich irgendwann dort ankamen). Es war die Zeit des "Separatisten-Putschs", des passiven Widerstands durch Streiks (unter anderem der Eisenbahn) und der Hochinflation.
Bereits im darauffolgenden Jahr lud der Club seine Gäste zu Ostern nach Bad Kreuznach ein. Das Oster-Hockey-Turnier war damit geboten, wenngleich es zunächst einmal "Nahetal-Hockey-Turnier" hieß. Gespielt wurde nach dem Runden-System. Da in jedem Spiel ein Sieger ermittelt werden musste, konnten sich die einzelnen Begegnungen in die Länge ziehen. Die Mannschaften von VfB Neuwied und Griesheim-Elektron benötigten nicht weniger als 3 Stunden und 45 Minuten, bis das entscheidende Tor fiel. Den damaligen Turnier-Leitern muss wohl angesichts des Zeitplans der Angstschweiß auf der Stirn gestanden haben. Zum letzten Mal wurde 1926 ein Turniersieger ermittelt. Das Endspiel Jahn München gegen Viktoria Aschaffenburg fand sage und schreibe um 8 Uhr morgens am Ostermontag statt und damit - wie der Chronist weiß - in direktem Anschluss an das Turnier-Bankett im Kurhaus. Wegen der Heimreise hatten die beiden Mannschaften um diesen frühen Termin gebeten. Da die anderen Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder in der Lage waren, anderen zuzusehen, geschweige denn selbst Hockey zu spielen, fand das Endspiel "vor leerem Hause" statt. Im gleichen Jahr nahmen auch zum ersten mal Damen teil. Ein Jahr später, 1927, sorgten 17 Herren- und acht Damen-Mannschaften bereits für vierzig Turnier-Spiele an den Ostertagen
Internationales Flair brachten die Schweizer nach Bad Kreuznach: die "Red Sox" aus Zürich nahmen 1931 als erste ausländische Mannschaft am Turnier teil, das bereits 39 Mannschaften umfasste. Im nächsten Jahr folgten die Old Boys aus Bern, 1933 Mannschaften aus England und den Niederlanden. Das 16. Turnier im Jahre1938 brachte dem 25jährigen KHC als Jubiläums-Gabe nicht weniger als 45 Mannschaften aus fünf Nationen nach Bad Kreuznach. Der Krieg zog auch das Oster-Turnier in Mitleidenschaft. 1940 fand lediglich ein kleines Pfingst-Turnier statt (an Ostern hatten die Plätze im Salinental unter Hochwasser gestanden); 1943 und 1944 trafen sich ebenfalls nur wenige Mannschaften in kriegsbedingt bescheidenen Rahmen.
Auch das erste Nachkriegs-Turnier im Jahre 1946 musste wieder an Pfingsten stattfinden. Die Schikanen der französischen Besatzung machten der Turnierleitung einiges Kopfzerbrechen. Ein Großteil der angereisten Mannschaften war überhaupt nicht spielberechtigt, angeblich wegen zu später Anmeldung. Als man dies den Mannschaftsführer auf dem Begrüßungsabend in der "Süßen Ecke" in Bad Münster bekannt gab, gab es "süß-saure Gesichter". Heute kann man es ja zugeben: sie haben alle gespielt, morgens in der Frühe oder in der Mittagspause und somit außerhalb des offiziellen Turnierplans und in den Trikots von zugelassenen Mannschaften. Die Turnierleitung wusste offiziell von nichts....
Wieder waren es die Hockeyfreunde aus der Schweiz, die 1950 als erste nach dem Krieg der Einladung folgten und damit das Turnier international werden ließen. Mit 51 Mannschaften und 73 Spielen erlebte es sogar eine Rekordbeteiligung. Danach ging der Trend zu mehr Qualität statt Quantität. Man lud weniger Vereine ein, sorgte aber dafür, dass die Besten nach Bad Kreuznach kamen. Einige wurden zu Stammgästen. Neben dem VFL Bad Kreuznach gehört dazu vor allem der Meidericher SV aus Duisburg, mit dem jetzt seit Jahrzehnten eine freundschaftliche Verbindung besteht. Dazu gehören auch einige holländische Mannschaften, die immer wieder gerne nach Bad Kreuznach kamen und den KHC umgekehrt zu ihren eigenen Turnieren einluden. Für das Publikum war das Oster-Turnier immer dann besonders attraktiv, wenn "Exoten" wie der Indian Gymkhana Club aus London daran teilnahmen und deren Spieler mit dem Turban auf dem Kopf und einer unglaublichen Stockfertigkeit das Spielgeschehen bereicherten.
Bis einschließlich 2002 nahmen nicht weniger als 2.216 Mannschaften teil, darunter 134 Teams aus dem Ausland. Für den Vorstand des KHC und vor allem die Turnier-Organisatoren ist jede Veranstaltung mit ungeheurer Arbeit verbunden - von den Einladungen und der Zusammensetzung des Teilnehmerplans über die Unterbringung der Mannschaften bis zu Kleinigkeiten bei der Organisation des Spielbetriebs. Die Arbeit dieser Clubmitglieder, insbesondere unser unvergesslicher Siegfried Hühne und anschließend Arthur Heil, haben wesentlich zum guten Ruf des KHC im In- und Ausland beigetragen.
Fechten im KHC
In diesem Jahr blickt der Kreuznacher Hockey-Club auf seine Gründung vor 90 Jahren zurück. In mehr als der Hälfte dieser Zeit wurde auch der Fechtsport im KHC betrieben. Sportliches Fechten im heutigen Sinne war in Bad Kreuznach nicht neu. Bereits vor 1848 wurde an gleicher Stelle wie heute, im Hofe des Gymnasiums, gefochten. Die Fechterei in Bad Kreuznach ist also älter als der älteste Kreuznacher Sportverein, der VfL 1848.
Seit dem 01. März 1950, nach Beendigung des Krieges und der Aufhebung des Kontrollratgesetzes, welches das Fechten neben verschiedenen anderen Sportarten verbot, ist die Fechtabteilung dem Kreuznacher Hockey-Club angeschlossen. Karl Scherhag und einige weitere Fechter und Interessenten sprachen sich damals für einen Anschluss an den Kreuznacher Hockey-Club aus. Eine weitere Gruppe gründete den Kreuznacher Fechtclub.
Der Anfang war schwer, vorhanden war nur noch ein Florett. Dennoch fand sich nach kurzer Zeit eine Truppe zusammen, die bei den wieder stattfindenden Landesmeisterschaften und Turnieren auf den vorderen Plätzen anzutreffen war. Rückblickend darf man feststellen, dass für das Fechten im KHC und überhaupt in Bad Kreuznach die Zeit nach 1950 bis 1959/60 die erfolgreichste war. Eine Ausnahme bildeten lediglich die Deutschen Meisterschaften 1941 im Kurhaus von Bad Kreuznach, an der alles, was Rang und Namen hatte, teilnahm. Selbst Altmeister Erwin Casmir war unter den Ehrengästen.
Bedingt durch Einziehung zur Bundeswehr, Wegzug aus beruflichen Gründen, Spaltung und Neugründung eines weiteren Fechtvereins sank die Mitgliederzahl 1960 bis auf einen kleinen Rest. Dies war für die Abteilungsleiter und den Gründer der Fechtabteilung Karl Scherhag die schwerste Zeit seiner Fechtlaufbahn. Trotz all diesen Rückschlägen gab Karl Scherhag nicht auf und versuchte 1962 ein weiteres Mal. mit wenigen ehemaligen Fechtern einen Anfang zu machen.
Nach kurzer Zeit war wieder eine schlagkräftige Damenmannschaft entstanden. Die ersten Clubkämpfe wurden gegen Ingelheim und ldar-Oberstein ausgetragen. In der Einzelwertung gab es die ersten Erfolge, bei den Stadtmeisterschaften errang erstmals wieder eine Fechterin des KHC, Ella Stein, vor Gisela Gräff nach Stichkampf einen Titel.
In den nächsten Jahren ging es weiter aufwärts und die Mitgliederzahl wuchs. Immer wieder stießen Fechterinnen und Fechter auf Landesebene und großen Turnieren bis in die Spitzenklasse vor. Nach Erlangung seiner Lizenz als Übungsleiter und bedingt durch die Krankheit von Karl Scherhag übernahm ab 1965 Dieter Kunkler das Training und ab 1970 auch den Posten des Abteilungsleiters bzw. Sportwartes.
In den folgenden Jahren ging es mit dem Fechtsport in Bad Kreuznach abwechselnd' rauf und' runter. Die Fechtabteilung der Seitz-Werke - mit der wir eine Zeitlang eine Trainingsgemeinschaft bildeten - und des MTV lösten sich auf. Auch in Bingen und Idar-Oberstein wurde der Fechtbetrieb eingestellt. Übrig blieb die Fechtabteilung des KHC. Viele Turniere im In- und Ausland wurden besucht. Mehrmals in den zurückliegenden Jahren trafen sich Fechterinnen und Fechter der Partnerstädte Bourg-en-Bresse und Bad Kreuznach. Viele Freundschaften wurden geschlossen, die über Jahre schon andauern.
Es kamen neue Engagierte Personen, die immer wieder engagiert Kinder zu dieser Sportart heranführen. Mit Beatrice Viehmann und später Lothar Hartung waren es zwei Eltern, die erst sehr spät zum Fechtsport gefunden hatten und die Abteilung leiteten. Wie sollte es anders sein, auch hier waren es die eigenen Kinder, die den Motivationsschub gaben.
Leichtathletik im KHC
Der Wiederaufbau des Leichtathletiksports nach dem 2. Weltkrieg in Bad Kreuznach ist vor allem mit dem Namen eines Mannes verbunden: Seppel Kiefer. Gerade aus der Gefangenschaft heimgekehrt, versammelte er einige Interessierte im Januar 1946 zu einem ersten Training in der Turnhalle der damaligen Realschule. Es waren zehn Männer und sechs Frauen, die trotz primitivster räumlicher Verhältnisse, inmitten von Ruinen, sich zusammenfanden. Am Fronleichnamstag 1946 fuhren die Leichtathleten mit einem Holzvergaser zum ersten Wettkampf nach Mainz, um in einem Drei-Städte-Kampf mit Frankenthal und Mainz die Kräfte zu messen. Die Bad Kreuznacher gewannen knapp mit 93 Punkten vor Mainz (91) und den Pfälzern (88).
In dieser Zeit entschieden sich die Leichtathleten zum Anschluss an den KHC. Die "Rothosen" tauchten danach bei allen Sportfesten in der näheren und weiteren Umgebung auf: bei Landesmeisterschaften im September 1946 in Koblenz errangen sie mit 38 Teilnehmern nicht weniger als sieben Titel. Für den 3. Oktober schrieb der KHC sein erstes eigenes Sportfest aus. Es kamen u.a. Friedel Pfeiffer, der erste 100-Meter-Meister nach dem Krieg, der vor begeisterten Zuschauern gegen Helmut Gräff vom KHC das Nachsehen hatte. Die handgestoppten 11,1 Sekunden des Siegers lassen sich zwar nicht mehr mit Ben Johnsons Zeiten vergleichen, bedenkt man aber die Umstände des ersten Nachkriegsjahres sowie Ausrüstung und Bahnverhältnisse, dann stellen sie dennoch eine hervorragende Leistung dar.
Schon ein Jahr nach ihrem Bestehen veranstaltete die Leichtathletik-Abteilung des KHC die erste Landes-Jugendmeisterschaften und stellte dabei selbst mehrere Titelträger. Ein besonderer Erfolg wurden die Landesmeisterschaften der Aktiven in Koblenz, wo der KHC die Mannschafts-Wettbewerbe bei den Frauen und Männern gewann.
Das Jahr 1948 ist der Beginn des "Tages der Deutschen Meister", eines Sportfestes. das neben dem Oster-Hockey-Turnier den KHC in ganz Deutschland bekannt machte. Seppel Kiefer, der die Rheinland-Athleten bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg betreute, konnte dort zu den neuen Titelträgern und Funktionären die Kontakte schaffen und einige der Athleten für die Teilnahme an einem Sportfest in Bad Kreuznach begeistern. Die erste Veranstaltung wurde gleich ein voller Erfolg. Im nächsten Jahr folgten bereits 24 Deutsche Meister der Einladung, unter ihnen der unvergessene Langstreckler Herbert Schade.
Unvergessen ist der "Tag der Deutschen Meister" aus dem Jahre 1958. Alles, was damals Rang und Namen hatte, war ins Salinental gekommen. Höhepunkt war der Start von drei Europameistern und Weltrekordlern in einem 100-Meter-Lauf. Heinz Fütterer, Manfred Germar und Martin Lauer machten das Rennen vor 4.000 begeisterten Zuschauern unter sich aus: 10,5 für Fütterer zeitgleich vor Germar und dem Hürdenspezialisten Lauer in 10,6 Sekunden. Insgesamt wurden zwölf "Tage der Deutschen Meister" im Salinental durchgeführt. An ihnen nahmen nicht weniger als 144 Deutsche Meister, 4 Europa-Meister, 4 Weltrekordler und insgesamt 6.144 Athleten und Athletinnen teil.
Auch die Leichtathletik-Abteilung des KHC war selbst erfolgreich. Sie errang in den Jahren 1946 bis 1959, 54 Landesmeisterschaften und wurde mit 40 DLV-Besten-Nadeln ausgezeichnet. Leider musste die Leichtathletik-Abteilung im Jahre 1959 wegen der Abwanderung von Athleten und aus anderen Gründen aufgelöst werden. Den damaligen Organisatoren und dem Vorstand des KHC sei hier nochmals ein herzliches Dankeschön für die viele, erfolgreiche Arbeit zum Gelingen der großen Sportfeste ausgesprochen.
Tischtennis im KHC
Die Tischtennis-Abteilung wurde 1946 - im gleichen Jahr wie die Leichtathletik-Abteilung - gegründet. Als der KHC nach dem Kriege seine sportlichen Tätigkeit wieder aufnahm, machte ihm die französische Militärregierung zur Auflage, mindestens drei Sportarten anzubieten. Dieser Zwangslage verdankte der KHC seine rührige und erfolgreiche Tischtennis-Abteilung.
Nach anfänglichem Training einer bescheidenen Anzahl von Aktiven wurde bald der Spielbetrieb aufgenommen. In kurzer Zeit konnte die Abteilung einen zahlenmäßigen starken Zuwachs an aktiven und passiven Mitgliedern verzeichnen. Im Jahre 1947 musste die TT-Herrenmannschaft zunächst in der untersten Spielklasse, der 2. Kreisklasse Nahe, den Wettkampf um die Punkte aufnehmen. Nach geraumer Zeit gelang durch intensives Training und die gewonnene Wettkampferfahrung der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse, der 1. Kreisliga Nahe. Dort entwickelte sich die Mannschaft schon im zweiten Spieljahr zum Favoriten der Klasse und konnte als Meister in die Bezirksliga Nahe aufsteigen. In dieser Zeit kamen auch zum erstenmal Damen zu der Tischtennis-Abteilung und fanden sich schnell zu einer Mannschaft zusammen. Durch eifriges Training konnten sich die KHC-Damen zu einem spielstarken Team entwickeln. Im Jahre 1950 spielten sie in der Bezirksliga Nahe, der höchsten Spielklasse unseres Gebietes. Hier konnte die Mannschaft auf Anhieb Meister werden und verteidigte ihren Titel lange Jahre.
Von 1951 bis 1955 war Walter Hand Leiter der TT-Abteilung im KHC. Die Zahl der aktiven Mitglieder hat zu dieser Zeit so stark zugenommen, dass zwei Damen- und zwei Herren-Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen konnten.
Im Jahre 1956 übernahm Walter Michels und ab 1960 Ferdinand Grün die Leitung der Abteilung. In den Jahren 1960 und 1961 belegte die 1. Herren-Mannschaft einen der vorderen Plätze der Bezirksliga Nahe. Auch die Damen-Mannschaft war jedes Jahr bei der Vergabe des Meistertitels eine ernstzunehmende Mannschaft.
Da Ferdi Grün die Abteilung nicht weiter führte und zu diesem Zeitpunkt sich kein Nachfolger fand, löste sich die Abteilung Mitte der sechziger Jahre auf.
Entstanden durch den Einsatz der Mitglieder und ein wenig fremde Hilfe
Der finanzielle Grundstein für den Bau des KHC-Clubhauses wurde einige Jahre vor der Zeit gelegt, da man an der Saline Theodorshalle den ersten Spatenstich machte. An einem Tag im Herbst 1957 erhielt die 1. Herrenmannschaft, die damals an einem internationalen Hockey-Turnier in Eindhoven teilnahm, aus der Hand des Präsidenten der Philips-Werke, Herrn J.R.S.P. Otten, eine nicht unerhebliche finanzielle Spende. Sie bildete das erste Startkapital für das "Projekt Clubhaus". So zahlten sich die vielen guten Beziehungen, die der Kreuznacher Hockey-Club zu ausländischen Vereinen aufgebaut hatte, auch auf eine sehr direkte und unerwartete Weise aus.
Doch bis zur Verwirklichung der Pläne war es noch ein weiter Weg. Kurz nach dem Abschluss eines Erbbaurechts-Vertrages mit der Stadt Bad Kreuznach erfolgte 1962 der erste Spatenstich. Der Entwurf für das neue Clubhaus auf dem rund 1000 qm großen Gelände im Salinental, stammte von dem Architekten und Vereinsmitglied Armin Keller, der auch die Bauleitung übernahm. Das architektonisch Besondere seines Entwurfs bestand darin, die alten Bruchsteinpfeiler eines früheren Gradierwerkes (Saline) in das Gebäude einzubeziehen, eine Idee, durch die das Clubhaus auf elegante Weise in die Umgebung eingepasst wurde.
Es entstand dann ein Gemeinschaftswerk aller KHCler, die bei den Abbruch- und Ausschachtungsarbeiten fleißig selbst Hand an legten. Nach dem Training - und manchmal anstelle des Trainings - traf man sich an der Gradierwerks-Ruine, um möglichst viel in Eigenleistung zu schaffen. Ohne diesen Einsatz wäre das Clubhaus niemals finanzierbar gewesen. Bereits im November 1967 konnten zum ersten Mal Spielersitzungen in den clubeigenen vier Wänden abgehalten werden. Im März 1968 erfolgte dann die offizielle Einweihung und mit dem 43. Internationalen Oster-Hockey-Turnier die erste Großveranstaltung im Clubhaus.
Stefan Tullius
1. Vorsitzender
Kreuznacher Hockey-Club 1913 e.v.
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