Pressebericht

Hockeyabteilung

Aktualisiert am Mittwoch, 18. Mai 2016 13:35 Webmaster

Bericht: Tina Paare
Foto:     Klaus Castor

Historischer Sieg über Holland

Hockey Sechs Nationalteams zeigen im Salinental ihr Können – Deutsche U21 gewinnt Turnier

Bad Kreuznach. Als die Schlusssirene ertönte, machte Nici Schleider einen Luftsprung, umarmte dann Bundestrainer und Physiotherapeutin. Die Freude über den 1:0-Triumph über das niederländische U21-Nationalteam war riesig. „Hammer, das Spiel geht in die Geschichte ein. Die Mädels haben vorher noch gesagt, dass sie noch nie gegen Holland gewonnen haben. Das muss an der guten Salinenluft liegen“, erzählte Nici Schleider. Die Bad Kreuznacherin, die früher selbst Junioren-National- und Bundesliga-Spielerin gewesen war, ist seit zwei Jahren Teammanagerin der deutschen U21-Frauen und freute sich ganz besonders, dass ihr „Heimspiel“ im Stadion Salinental von Erfolg gekrönt war. Das galt übrigens nicht nur für den Sieg über die Niederlande. Die Bilanz der DHB-Auswahl hätte kaum besser ausfallen können: drei Spiele, drei Siege und kein einziger Gegentreffer. Damit war den deutschen Hockeyspielerinnen der Sieg beim Vier-Nationen-Turnier, das der Kreuznacher HC ausrichtete, sicher.

„Die erste Reaktion der Mädels nach dem Erfolg über Holland war, jetzt holen wir die WM nach Kreuznach“, berichtete Nici Schleider schmunzelnd. Die Weltmeisterschaft, die Ende November in Santiago de Chile stattfindet, ist für die DHB-Auswahl der Saisonhöhepunkt. Und das Pfingstturnier war ein Schritt in Richtung Südamerika. Bundestrainer Marc Haller wollte den Sieg über die Niederlande nicht überbewerten, zufrieden war er aber allemal: „Es ist nicht alltäglich, gegen die stärkste Frauenhockey-Nation weltweit zu gewinnen. Aber bis zur WM ist es noch lange hin.“ Bis zum Herbst stehen für sein Kollektiv mehrere Lehrgänge auf dem Programm, bevor es im Oktober zum Sechs-Nationen-Turnier nach Spanien geht – die wohl wichtigste Standortbestimmung vor den Titelkämpfen. „Ich würde gerne noch mehr machen, aber am Ende ist leider zu wenig Geld im System“, bedauerte der Cheftrainer.

Umso wichtiger ist es, die gemeinsamen Einheiten intensiv zu nutzen. So wie das Turnier im Salinental. Schon der Auftakt gegen England war mit einem 5:0-Sieg gelungen, und auch beim 3:0 gegen Belgien überzeugten die DHB-Spielerinnen. Doch der Höhepunkt war das Kräftemessen mit dem Welt- und Europameister. Hallers Team war etwas defensiver ausgerichtet, setzte aber immer wieder Akzente nach vorne und wurde in der 60. Minute belohnt, als Maike Schaunig (Mülheim) eine kurze Ecke zum umjubelten Führungstreffer nutzte. Und obwohl die Deutschen längere Zeit in Unterzahl agieren mussten, brachten sie den Vorsprung über die Zeit. „Die Mädels haben taktisch super gespielt und genau das umgesetzt, was angesagt war“, lobte Nici Schleider, die sich mit den Spielerinnen wenige Stunden zuvor die Sportstätten im Salinental noch von oben angeschaut hatte – bei einem Ausflug auf die Gans.

Viel Lob gab es für den Kreuznacher HC, der dafür gesorgt hatte, dass sich die sechs Nationalteams – neben den vier 21-Auswahlen waren auch die deutsche U18 und die amerikanische U19 am Start – rundum wohlfühlten. „Ich war schon öfter in Bad Kreuznach, deshalb wusste ich, was mich erwartet. Es gibt wenige Klubs in Deutschland, die so ein Umfeld anbieten können. Beim KHC ist es immer extrem herzlich, aber mit viel Sachverstand“, urteilte Bundestrainer Haller. Das Kompliment gab Stefan Tullius, der KHC-Vorsitzende, gerne zurück: „Die Mannschaften sind zufrieden und vom Salinental hellauf begeistert. Sie bieten eine schöne Qualität auf dem Platz, und die Stimmung ist super.“ Entsprechend positiv seine Schlussfolgerung: „Wir würden es sofort wieder machen.“

Auch Markku Slawyk, der Trainer der deutschen U18-Spielerinnen, stimmte in die Lobeshymne ein. „Der KHC ist ein toller Ausrichter. Hier stimmt einfach alles, kurze Wege, tolle Atmosphäre, viele Zuschauer.“ Er traf mit seiner Auswahl dreimal auf das U19-Team der USA, und auch seine Athletinnen gingen dreimal als Siegerinnen vom Platz. Mit Spielstruktur und Aufbau war der Coach durchaus zufrieden, und auch an Chancen mangelte es nicht. „Aber wir haben noch Schwierigkeiten beim Verwandeln von Torchancen“, sagte Slawyk. Da sieht er im Hinblick auf die EM im Juli in Irland noch Handlungsbedarf, wenngleich sein Team in den ersten beiden Begegnungen früh in Führung gegangen war (einmal nach 15, einmal nach 38 Sekunden). Zwei der insgesamt 16 Treffer gegen die USA gingen übrigens auf das Konto von Emily Kerner, die Tochter von Britta Becker-Kerner und Johannes B. Kerner.

Und Nici Schleider? Die hatte als Teammanagerin mal wieder alle Hände voll zu tun, kümmerte sich während der Spiele um das Wechseln. Alle drei bis fünf Minuten gibt es Veränderungen im Sturm, nach sieben bis neun Minuten wird in den anderen Mannschaftsteilen gewechselt. Zudem ist sie für alles Organisatorische und die Pressearbeit zuständig, ist außerdem Ansprechpartnerin für die Turnierleitung und hat stets ein Ohr am Team. Ein großes Thema sind auch die Zwischenmahlzeiten. „Die Mädels essen gerne und viel. Und sie lieben Spundekäs', den ich dann immer mitbringen muss“, erzählte die Bad Kreuznacherin lachend. Da traf es sich gut, dass der Kreuznacher HC die regionale Spezialität während des Pfingstturniers im Angebot hatte...

 

Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Dienstag, 17. Mai 2016, Seite 28
Von unserer Mitarbeiterin Tina Paare

 


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